Kurz gesagt: ICT Kill Zones sind vier kurze Zeitfenster im Forex-Tag, in denen der institutionelle Orderflow am stärksten ist und der Preis seine klarsten Richtungsbewegungen macht. Auf einer New-York-Uhr läuft das asiatische Fenster von 8 pm bis 10 pm und das London Open von 2 am bis 5 am. Das New-York-Open läuft von 7 am bis 10 am, und das London Close von 10 am bis noon. Trader, die ICT-Konzepte verfolgen, nehmen ihre Einstiege innerhalb dieser Fenster und bleiben außerhalb davon meist flat.
Diese Seite ist für Trader, die einen Candlestick-Chart lesen können und eine klare Erklärung wollen. Du bekommst die Uhrzeiten, das Preisverhalten in jedem Fenster, die Handelspaare, die sich jeweils eignen, und wie die Idee in eine Prop-Firm-Evaluation passt.
Was eine Kill Zone eigentlich filtert
Eine Kill Zone ist ein Zeitfilter. Er sagt dir, wann es sich wahrscheinlich lohnt, den Markt zu beobachten, und mehr nicht. Der Begriff stammt aus dem Werk von ICT (Inner Circle Trader), einer der am häufigsten wiederholten Ideen im Forex-Trading. Die These lautet, dass die größten Marktteilnehmer ihre Aktivität rund um die Open und Close der wichtigsten Finanzzentren bündeln. Dort sammeln sich Orders. Dort werden Stops abgefischt. Dort beginnen und enden Trends.
Das ist wichtig, weil ein 24-Stunden-Markt meist unspektakulär ist. Ungefähr zwei Drittel des Forex-Tages sind Treiben: dünnes Volumen, träge Kerzen und Spreads, die kleine Ziele still und leise auffressen. Ein Trader, der jede Stunde beobachtet, wird müde, wird nervös und nimmt am Ende aus Langeweile gewöhnliche Setups in toten Stunden mit. Die Kill-Zone-Idee ist schlicht. Wähle die drei Stunden, in denen das große Geld pünktlich ist, sei dann am Bildschirm, und sei den Rest der Zeit woanders.
Die vier ICT Kill Zones auf einer New-York-Uhr
ICT legt alles auf New-York-Zeit fest, weil dort die Referenzcharts aufgebaut wurden und die Tageskerze als ab Mitternacht eröffnend betrachtet wird.
| Kill Zone | New York Zeit | Typische GMT im Winter | Was passiert |
|---|---|---|---|
| Asien | 8:00 pm bis 10:00 pm | 01:00 bis 03:00 | Tokyo-Desks preisen den Tag ein, eine Range bildet sich |
| London Open | 2:00 am bis 5:00 am | 07:00 bis 10:00 | Europäische Banken kommen dazu, die asiatische Range wird getestet |
| New York Open | 7:00 am bis 10:00 am | 12:00 bis 15:00 | US-Daten werden veröffentlicht, die London-Bewegung setzt sich fort oder dreht um |
| London Close | 10:00 am bis 12:00 pm | 15:00 bis 17:00 | Europäische Desks glätten Positionen, Rücksetzer sind häufig |
Manche Trader dehnen das asiatische Fenster bis Mitternacht aus und beginnen das New-York-Fenster um 8:30 Uhr, um die erste Datenveröffentlichung mitzunehmen. Die genaue Minute ist weniger entscheidend als die Konstanz, also wähle eine Definition und behalte sie einen Monat lang bei.
Zwei Kalenderfallen verdienen einen Hinweis. Erstens stellen London und New York an unterschiedlichen Tagen auf Sommerzeit um. Für einige Wochen im Frühjahr und Herbst schrumpft die Lücke zwischen ihnen von fünf auf vier Stunden. In diesen Wochen liegt die London-Öffnung im GMT-Feld oben eine Stunde früher. Zweitens ist das New-York-Fenster bei Aktienindizes an die Kassaeröffnung gebunden, und diese findet an US-Feiertagen nicht statt. Die NYSE-Handelszeiten und Feiertagskalender führt die regulären Sitzungszeiten und die Schließtage auf.
Wie sich der Kurs innerhalb jedes Fensters verhält
Jede Kill Zone hat ihr eigenes Temperament. Betrachte diese Muster als Tendenzen, die oft genug vorkommen, um sie einzuplanen, aber niemals als Gewissheiten.
Asiatische Kill Zone: die Range wird aufgebaut
Ohne europäische oder amerikanische Banken im Markt reist der Kurs selten weit. Price pendelt meist zwischen zwei Levels, die später die Bezugspunkte für den ganzen Tag werden. Bei EUR/USD liegt diese Range oft bei 20 bis 40 Pips. Die nützliche Arbeit hier ist das Markieren von Levels: notiere das Hoch, das Tief und die Mitte. Ein Trader, der versucht, Breakout-Trades aus einer 25-Pip-Box zu scalpen, kämpft gegen einen knauserigen Markt mit hohem Spread. Dieser Trader verbrennt das Risikobudget des Tages, bevor London aufwacht.
Kill Zone zur Londoner Eröffnung: die falsche Bewegung, dann die echte
Das ist das Fenster, um das die meisten ICT Trader ihre gesamte Routine aufbauen. Ein typisches Muster ist ein scharfer Stoß durch eine Seite der asiatischen Range, der innerhalb weniger Minuten ins Stocken gerät. Danach folgt eine zäh persistente Bewegung in die andere Richtung, die sich über Stunden ziehen kann. Der erste Stoß ist die Falle, oft Judas Swing genannt, und er holt die Stops ab, die knapp jenseits des asiatischen Hochs oder Tiefs liegen. Hohe Volatilität ist hier normal, und genau deshalb sind sowohl Chance als auch Risiko größer als in jedem anderen Fenster.
Kill Zone zur New-York-Eröffnung: Fortsetzung oder Umkehr
Bis 7 Uhr New York hat London seit fünf Stunden gehandelt und meist schon gezeigt, worum es geht. Jetzt entscheiden die US-Desks und die Wirtschaftsdaten um 8:30 Uhr, ob dieser Londoner Move weiterläuft oder heftig zurückgenommen wird. Zwei Formen dominieren. Im ersten Fall zieht der Kurs eine Stunde lang in ein Ungleichgewicht zurück, das vom Londoner Schub hinterlassen wurde, und setzt dann fort. Im zweiten Fall trifft eine Datenveröffentlichung ein, das Londoner Extrem wird abgefischt, und der Tag dreht. So oder so wurden die nötigen Levels früher festgelegt, also kommst du mit einem Plan statt mit einer Meinung.
Kill Zone zum Londoner Close: Positionen glätten
Zwischen 10 Uhr und Mittag in New York schließen europäische Trader Positionen, bevor ihr Handelstag endet. Der Markt verlangsamt sich. Trends vom Morgen retracen häufig ein Drittel bis zur Hälfte ihrer Strecke und laufen dann seitwärts. Es ist die am wenigsten genutzte der vier Windows, vor allem weil sie unbequem ist. Die Bewegung ist oft eher holprig als sauber, und selten entwickelt sich daraus ein neuer Trend.
Handelspaare den einzelnen Kill Zones zuordnen
Ein Paar, dessen Heimatwährung schläft, bewegt sich kaum, und die Spreadkosten sind im Verhältnis zu jedem Ziel größer. Die Tabelle unten ist ein Ausgangspunkt, keine Regel.
| Kill Zone | Paare, die sich tendenziell bewegen | Paare, die man besser meidet |
|---|---|---|
| Asien | USD/JPY, AUD/USD, NZD/USD, AUD/JPY | GBP/USD, EUR/GBP |
| London Open | EUR/USD, GBP/USD, EUR/GBP, GBP/JPY | AUD/NZD, USD/CAD |
| New-York-Eröffnung | EUR/USD, GBP/USD, USD/CAD, Gold, US-Indizes | AUD/JPY, NZD/USD |
| London Close | EUR/USD, GBP/USD | Alles mit dünnem Nachmittagsvolumen |
Gold und die US-Indizes verhalten sich wie New-York-Instrumente. Ihre aktivste Phase beginnt mit den US-Daten um 8:30 Uhr und der Kassaeröffnung um 9:30 Uhr. Für sie zählt im Grunde nur das New-York-Fenster. Bitcoin und die anderen großen Kryptos handeln rund um die Uhr, und das Kill-Zone-Muster ist dort lückenhaft.
Wenn du zwischen Fenstern statt zwischen Paaren wählen willst, unser Leitfaden zu die beste Zeit, um Forex zu handeln geht den Session-Clock auf allgemeinerer Ebene durch.
Eine Checkliste für Handelsstrategien für jede Kill-Zone
Die meisten ICT-Trader kombinieren die Zeitfenster mit einem kleinen Set an Handelsstrategien, die auf Liquidity, Displacement und Imbalance aufbauen. Das konkrete Einstiegsmodell wird in unserem Leitfaden zur ICT-Handelsstrategieerläutert.
Vor dem Öffnen des Zeitfensters:
- Markiere das Hoch und Tief des Vortags, die Asian Range und jede offensichtliche runde Kursmarke.
- Prüfe den Kalender auf Wirtschaftsnachrichten, die innerhalb des Fensters veröffentlicht werden, und entscheide jetzt, ob du die ersten fünf Minuten nach jeder Veröffentlichung aussetzt.
- Notiere dir dein tägliches Verlustlimit und die maximale Anzahl an Versuchen, meist einer oder zwei.
Während des Zeitfensters:
- Warte darauf, dass der Preis eines der markierten Niveaus herausnimmt. Kein Sweep, kein Interesse.
- Verlange eine Displacement-Kerze, also eine schnelle Bewegung, die den zuletzt entgegengesetzten Swing bricht.
- Steige beim Retracement in die Fair Value Gap ein, die das Displacement hinterlassen hat. Dein Stop liegt ein paar Pips jenseits des Dochts, der die Liquidity geholt hat.
- Ziele auf die gegenüberliegende Kante der Range oder den nächsten Pool ruhender Orders und skaliere unterwegs aus.
Nach dem Schließen des Zeitfensters:
- Schließe alles, was sein erstes Ziel nicht erreicht hat, sofern dein Plan das Halten nicht ausdrücklich erlaubt.
- Protokolliere das Zeitfenster, das Paar, das herausgenommene Level und das Ergebnis.
Für eine strengere, einstündige Version dieser Sequenz siehe unseren Leitfaden zur ICT Silver Bullet Strategy. Die obige Checkliste ist die nachsichtigere Version; der Silver Bullet ist die kompromisslose.
Praxisbeispiel: ein London-Kill-Zone-Trade auf einem Konto mit 10,000
Angenommen, ein Trader führt ein Konto mit 10,000 und riskiert 0.5 percent pro Trade, also 50. Über Nacht hat EUR/USD eine Asian Range von 30 Pips aufgebaut. Um 2:40 am New York time schiebt der Preis 12 Pips über das Asian High und stagniert. Innerhalb von zwanzig Minuten bildet sich eine große bärische Kerze, die wieder innerhalb der Range schließt.
Der Trader wartet auf das Retracement in die Lücke, die die Kerze hinterlassen hat, und geht 8 Pips unterhalb des Asian High short. Der Stop liegt 4 Pips über dem Sweep-High, also beträgt der Stop-Abstand 24 Pips. Ein Risiko von 50 geteilt durch 24 Pips ergibt etwa 2.08 pro Pip, was auf 0.20 Lots abgerundet wird. Das erste Ziel ist das Asian Low, 38 Pips entfernt. Das zweite ist das Tief des Vortags, 60 Pips entfernt.
| Position | Wert |
|---|---|
| Konto | 10,000 |
| Risiko pro Trade | 50 (0.5 percent) |
| Stop-Abstand | 24 Pips |
| Positionsgröße | 0.20 Lots |
| Ziel 1 | 38 Pips, etwa 1.6R |
| Ziel 2 | 60 Pips, 2.5R |
| Round-Trip-Spread-Kosten bei 1 Pip | etwa 2, oder 4 Prozent des Risikos |
Wenn der Preis Ziel 1 erreicht und der Trader die Hälfte schließt und den Rest dann bis Ziel 2 nachzieht, erzielt der Trade ungefähr 100. Wird das Sweep-High erneut herausgenommen, beträgt der Verlust 50 plus den Spread. Dieses ungleichgewichtige Verhältnis, ein voller Verlust gegenüber einem Gewinn von zwei Einheiten, ist der eigentliche Reiz des Ansatzes.
Verlagert man denselben Trade nun in die asiatische Session, kann der Spread statt 1 Pip 2 Pips betragen, sodass sich die Kosten auf 8 Prozent des Risikos verdoppeln. Ein 24-Pip-Stop ist zudem fast die gesamte asiatische Spanne, sodass das Setup kaum noch existiert. Derselbe Trader, dieselben Regeln, und allein die Uhr macht aus einem sauberen Plan einen unbeholfenen.
Einschränkungen und häufige Fehler beim Trading in Kill Zones
Es folgen einige ehrliche Vorbehalte.
Es sind Konventionen. Um 2:00 am New York passiert nichts Physisches. Das Fenster funktioniert, weil dann genug Marktteilnehmer aktiv sind, und die Teilnahme verschiebt sich. Ein Feiertag in London lässt das London-Open-Fenster kümmerlich ausfallen, und das übliche Muster zeigt sich einfach nicht.
News innerhalb des Fensters verändern alles. Wirtschaftsdaten um 8:30 am können das New-York-Fenster in den ersten fünfzehn Minuten unruhig machen. Vorab zu entscheiden, ob man Daten durchhandelt, ist wertvoller als jede Verfeinerung des Einstiegs.
Der Zeithorizont muss passen. Kill Zones sind ein Intraday-Werkzeug. Ein Swing-Trader, der drei Tage hält, gewinnt kaum etwas dadurch, den Einstieg minutengenau zu timen. Dieser Trader kann sich unnötig über ein Fenster stressen, das für ein 200-Pip-Ziel irrelevant ist.
Mehrdeutigkeit ist eingebaut. Ob eine Bewegung als Sweep oder als Displacement zählt, ist eine Ermessensfrage, und zwei Trader, die dasselbe Fenster beobachten, werden oft uneinig sein. Diese Mehrdeutigkeit ist für Anfänger eine Quelle von Zögern; sie steigen dann zu spät ein und werden beim Retracement ausgestoppt.
Häufige Fehler, die ich immer wieder sehe. Jeden Tag alle vier Fenster zu handeln, was aus einem Filter einen Vollzeitjob macht. Einen Trade in den letzten zehn Minuten zu erzwingen, weil das Fenster sich schließt. Und einen guten Monat als Beweis zu nehmen, obwohl die Ergebnisse schwanken und ein Monat nur eine kleine Stichprobe ist.
Kill Zones in einer Prop-Firm-Evaluierung
Der Grund, warum sich diese Idee für ein Evaluierungskonto eignet, ist strukturell. Ein Regelwerk mit täglichem Verlustlimit und einer Obergrenze für den gesamten Drawdown bestraft Übertrading stärker als alles andere. Ein oder zwei Fenster, ein oder zwei Versuche, und die Plattform ist bis zum Vormittag geschlossen.
Rechnet man das an einem hypothetischen Konto durch, gilt: Wenn das tägliche Verlustlimit 4 Prozent beträgt und man pro Versuch 0.5 Prozent riskiert, kann man achtmal am Tag verlieren, bevor man es erreicht. Eine Obergrenze von zwei Versuchen innerhalb eines Fensters hält dich bei einem Bruchteil des Limits und lässt den Rest der Woche intakt. Beträgt der gesamte Drawdown statisch 6 Prozent, braucht es zwölf aufeinanderfolgende Verluste à 0.5 Prozent, um durchzufallen. Das ist eine prekäre Serie, wie sie nur ein chaotischer Trader produziert.
Pivex nennt seine Verlustlimits offen, bevor du beginnst, ohne Zeitlimit und ohne Mindesthandelstage. Scalping ist ohne Mindesthaltezeit erlaubt, und News-Trading ist ebenfalls erlaubt. Das tägliche Verlustlimit auf einem Pivex-Konto setzt sich jeden Tag zurück, also im selben Rhythmus, in dem eine Ein-Fenster-Routine ohnehin arbeitet. Die einmalige Gebühr wird auf dem Weg von der Evaluierung zur Auszahlung erstattet. Die eigentlichen Kosten eines Fehlschlags sind daher die Wochen an Disziplin, die nötig waren, um dorthin zu gelangen. Das ist ein guter Grund, die Positionsgröße zu halbieren, solange eine Kill-Zone-Routine noch neu ist.
Nächster Schritt: Wähle ein Fenster, ein Paar und ein Entry-Modell, und protokolliere dann zwanzig Sessions, ohne irgendetwas zu ändern. Wenn das Protokoll die Sweep-und-Displacement-Sequenz oft genug zeigt, um deine Morgen zu rechtfertigen, skaliere die Routine gegen ein veröffentlichtes tägliches Verlustlimit statt gegen eine Schätzung. Pivex legt seine Limits und die 80 Prozent Reward-Aufteilung von Anfang an offen, sodass diese Größenentscheidung schon vor dem ersten Versuch auf dem Papier getroffen werden kann.
Verwandte Leitfäden: die ICT Trading-Strategie und die beste Zeit, um Forex zu handeln.
Bevor Sie teilnehmen, prüfen Sie Pivex’ aktuelle Programmregeln und entscheiden Sie, ob eine simulierte proprietäre Trading-Evaluation zu Ihrer Erfahrung und Ihren Risikolimits passt. Die Teilnahme garantiert keine Prämie, kein Einkommen und kein bestimmtes Trading-Ergebnis.